Wie werden Menschen zu Jüngern von Jesus? Ich möchte hier zwei Irrtümer erwähnen, die ich selbst erlebt habe. Der eine besteht darin, dass man glaubt Jünger werden wir durch Wissen. Ich muss nur genug Erkenntnis haben – damit meint man aber verstandesmäßiges Verstehen von biblischen Wahrheiten - dann bin ich oder werde ich ein guter Jünger sein. Das ist aber ein Modell das auf dem philosophischen Modell der griechischen Antike ruht, und nicht im ganzheitlichen hebräischen Denken der Bibel verwurzelt ist. In der Bibel geht es immer um den ganzen Menschen, Wissen und Charakter, Geist, Seele und Leib. Der Mensch wird nicht seziert und sein Verstand nicht auf den Thron gesetzt. Nicht was er weiß, macht den Menschen zum Jünger, sondern wie er lebt. Nicht einmal die äußere Frömmigkeit ist der Maßstab sondern das Herz und die Motive spielen eine Rolle. Man lese nur einmal die so genannte Bergpredigt!
Der zweite Irrtum der mir begegnet ist, fand in der sogenannten „Hirtenbewegung“ ihren Ausdruck (Shepherd-Movement). Dadurch öffnete man Türen für Missbrauch und Manipulation!
Natürlich gibt es beide Irrtümer auch in etwas abgemilderter Form. Und natürlich steckt in beiden auch ein Körnlein Wahrheit. Wissen und Denken sollen eingesetzt werden, aber sie dürfen nicht auf dem Thron sitzen und natürlich kann ich eine Menge von reifen und erfahrenen Leitern lernen.
Wie hat Jesus seine Jünger gelehrt? Und Paulus und die anderen Apostel?
Zunächst einmal war Jesus ein Vorbild für die Jünger. Er hat ihnen vorgelebt was es heißt Gemeinschaft mit dem Vater zu haben, wie er betet, was seine Werte sind. Er hat ihnen auch eine Vision gegeben, davon wie Gottes Reich auf dieser Erde aussieht und von welchen Werten es bestimmt ist und er hat sie ihre eigenen Erfahrungen machen lassen!
Das heißt, er hat ihnen nicht nur wunderbare Vorträge gehalten sondern ihnen Aufträge gegeben und sie dabei begleitet. Unser Wort Jünger kommt ja von: Student, Schüler, Lehrling. Ein Lehrling braucht Wissen, aber auch die Gelegenheit das Gelernte anzuwenden ohne gleich so gut wie der Meister sein zu müssen. Und ein Lehrling braucht Ausbilder (Mehrzahl), deren Ziel aber nicht sein darf ihn abhängig zu machen oder zu manipulieren, sondern, dass der Lehrling sowohl theoretisch als auch praktisch soviel lernt, dass er selbständig arbeiten kann ohne Hilfe zu brauchen. Jesus spricht davon, dass der Jünger sein wird wie der Meister! Jesus hat uns das vorgemacht. Er war darin vollkommen. Aber auch Paulus war kein Einzelgänger. Er wusste: Timotheus, Lukas, Silas, Titus und wie sie alle heißen können etwas von mir lernen, aber er wusste auch ich brauche ihre Hilfe und Mitarbeit um meinen Auftrag auszuführen.
Meine Grundthese für unseren Kurs ist: Wir lernen nur ganzheitlich, also wenn wir als ganze Person mit einbezogen sind. Wir wollen gemeinsam mit Jesus unterwegs sein. Von ihm und voneinander lernen. Deswegen lernen wir in Gemeinschaft. Deswegen wollen wir nicht nur unsere Hirntätigkeit anregen sondern auch gemeinsam kochen, essen, beten und austauschen. Deswegen nehmen wir uns Projekte vor, die wir gemeinsam bewältigen. Deswegen machen wir gemeinsame Aktionen. Ich freue mich schon. Demnächst gibt es noch einen genaueren Terminplan. Du bist noch nicht angemeldet? Bis zum 10 Dezember hast Du noch die Chance.